CORSES
CORSES - Föderale Forschungssoftwarekollaboration - ein regionenübergreifender Ansatz zur Verbesserung der Unterstützung von Research Software Engineering
Die digitale Transformation hat Forschungssoftware zu einem
unverzichtbaren Werkzeug in der Wissenschaft gemacht, das von der
Datenanalyse bis zu Simulationen und Visualisierungen reicht.
Studien in Großbritannien, den USA und Frankreich belegen, dass
über 90 % der Forschenden auf Software angewiesen sind und diese
für ihre Arbeit als essenziell erachten. Trotz dieser wachsenden
Bedeutung besteht jedoch eine erhebliche Qualifikationslücke, da
akademische Curricula oft keine ausreichende Ausbildung in
Programmierung und Software-Engineering bieten. Dies unterstreicht
die Notwendigkeit spezialisierter Unterstützung durch Research
Software Engineers (RSEs), wie sie in Deutschland durch die de-
RSE-Gemeinschaft vertreten sind. Internationale Modelle zur RSE-
Unterstützung variieren: Das Vereinigte Königreich setzt auf
dezentrale RSE-Teams, während die Niederlande ein zentralisiertes
Modell über das Netherlands eScience Center nutzen. In Deutschland
existieren zwar erste institutionelle RSE-Teams an der TU
Braunschweig, dem Forschungszentrum Jülich, der Universität Jena,
der Universität Heidelberg und der SUB Göttingen. Diese Teams sind
jedoch meist lokal eingeschränkt, und es fehlt eine strukturierte,
landesweite RSE-Infrastruktur, die allen Forschenden zugänglich ist.
Forschende ohne Zugang sind oft auf informelle Community-Hilfe
angewiesen. Das **CORSES-Projekt** will diese Lücke schließen,
indem es eine nationale RSE-Unterstützungsinfrastruktur aus
dezentralen Einheiten aufbaut und evaluiert. Die Vision ist es, allen
Forschenden in Deutschland, unabhängig von ihrer Institution, einen
strukturierten Zugang zu RSE-Diensten zu ermöglichen. In der 36-
monatigen Phase 1 konzentriert sich das Projekt auf die operationelle
Machbarkeit. Es wird ein umfassendes RSE-Serviceportfolio etabliert,
von grundlegender Beratung bis zur gemeinsamen Entwicklung von
Forschungssoftware. Gleichzeitig wird ein flexibler,
institutionsübergreifender RSE-Pool aufgebaut, der die Expertise der
Partner bündelt, um ein breiteres Spektrum an Problemen
abzudecken und Synergien zu schaffen. Ein zentrales Webportal wird
als Hauptschnittstelle für Serviceanfragen, Feedback und
Dokumentation entwickelt. Das Projekt führt zudem eine
Machbarkeitsanalyse durch und erarbeitet ein Geschäftsmodell, um
die Anforderungen für eine nachhaltige Fortführung in einer möglichen
zweiten Phase zu ermitteln. CORSES versteht sich als
Anschubfinanzierung für eine dauerhaft tragfähige RSE-Infrastruktur.
Es berücksichtigt explizit rechtliche und technische Aspekte wie
Governance, Datenschutz und IT-Sicherheit. Alle Projektergebnisse
und Softwareentwicklungen werden unter offenen Lizenzen
zugänglich gemacht. CORSES arbeitet aktiv mit bestehenden
nationalen Initiativen wie de-RSE e.V., der NFDI und internationalen
Partnern zusammen, um Doppelarbeit zu vermeiden und Synergien
zu nutzen.
Externe Partner
- Universitätsbibliothek Technische Universität Braunschweig
- Jülich Supercomputing Centre
- Forschungszentrum Jülich GmbH (FZJ)
- Kompetenzzentrum Digitale Forschung
- Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Software Center
- Interdisziplinäres Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen
- Universität Heidelberg