
Forschungsverbünde
Forschung entsteht heute zunehmend in interdisziplinären und institutionenübergreifenden Verbünden. Die SUB Göttingen engagiert sich aktiv in nationalen und internationalen Forschungsnetzwerken, Konsortien und Infrastrukturinitiativen.
Zusammenarbeit in Forschungsverbünden: Digitale Strukturen für Forschung und Lehre
Forschungsverbünde ermöglichen gemeinsame Forschung über institutionelle und disziplinäre Grenzen hinweg. Sie schaffen Rahmenbedingungen für abgestimmte Arbeitsprozesse, geteilte Infrastrukturen sowie den Austausch von Daten und Methoden. Die SUB Göttingen engagiert sich dabei als Schnittstelle zwischen Forschung, Daten und digitalen Infrastrukturen und bringt ihre Expertise in die Entwicklung interoperabler Standards, koordinierter Daten- und Publikationsstrategien sowie nachhaltiger Dienste ein. Dazu gehören insbesondere:
- Entwicklung und Nutzung gemeinsamer Standards und Werkzeuge
- Koordinierte Datenmanagement- und Publikationsstrategien
- Vernetzung von Forschung, Lehre und Infrastruktur
- Austauschformate zur Weiterentwicklung von Methoden und Arbeitsweisen
- Open Science
Die SUB Göttingen ist Teil der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Ziel ist es, gemeinsam mit Partnern nachhaltige digitale Forschungsumgebungen aufzubauen, Standards zu entwickeln und Forschende entlang des gesamten Datenlebenszyklus zu unterstützen.
Europäische Dienste: SSH Open Marketplace
Der SSH Open Marketplace ist ein europäisches Discovery-Portal für Werkzeuge, Datenressourcen, Trainingsmaterialien und Workflows in den Sozial- und Geisteswissenschaften. Die SUB Göttingen beteiligt sich an der kuratorischen Weiterentwicklung, stellt eigene Angebote bereit, integriert bestehende Dienste und berät Forschende sowie Lehrende bei der Auswahl und Nutzung geeigneter Ressourcen. Als Teil der European Open Science Cloud (EOSC) unterstützt der Marketplace die Vernetzung von Forschung, Daten und digitalen Infrastrukturen.
Nationale Forschungsdateninfrastrukturen (NFDI)
Text+
Im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) beteiligt sich die SUB Göttingen am Konsortium Text+, das nachhaltige Infrastrukturen für text- und sprachbasierte Forschungsdaten entwickelt. Ziel ist der Aufbau gemeinsamer Standards, Dienste und Workflows für die Sammlung, Aufbereitung, Annotation, Publikation und Langzeitverfügbarkeit textueller Ressourcen. Die SUB bringt dabei ihre Expertise in Bereichen wie Datenintegration, Infrastrukturen, Sprachdatenverarbeitung, Metadaten, Publikationsinfrastrukturen und Beratung ein und unterstützt Forschende bei der Nutzung und Nachnutzung entsprechender Angebote.
Beteiligungen in weiteren NFDIs
Die SUB ist ebenso wie weitere Einrichtungen des Göttingen Campus an verschiedenen NFDI-Konsortien beteiligt. Der campusweite Austausch zu Themen, Aktivitäten und strategischen Schwerpunkten der NFDI erfolgt über die Göttingen eResearch Alliance sowie über die Arbeitsgruppe NFDI@Göttingen. Darüber hinaus bringen sich Einrichtungen des Göttingen Campus aktiv in die thematischen Sektionen der NFDI ein, in denen konsortienübergreifende Fragestellungen bearbeitet werden. Beteiligungen bestehen unter anderem in den Sektionen Common Infrastructures, Ethical, Legal and Social Aspects (ELSA), Training & Education sowie (Meta)daten, Terminologien und Provenienz. In diesen Arbeitszusammenhängen wirken insbesondere die SUB, die GWDG, die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen sowie weitere Einrichtungen des Campus an der Entwicklung gemeinsamer Standards, Dienste und Strategien für das Forschungsdatenmanagement mit.
Forschungsdatenservices in Sonderforschungsbereichen (SFB/INF-Projekte)
In vielen Sonderforschungsbereichen der Universität Göttingen richtet die SUB INF-Projekte ein, das sind maßgeschneiderte Infrastrukturmodule, die speziell auf die jeweiligen Forschungsvorhaben zugeschnitten sind. Hier werden individuelle Lösungen für Datenmanagement, Archivierung und Workflows entwickelt, die die besonderen fachlichen Anforderungen der beteiligten Disziplinen abbilden. Forschende erhalten dadurch eine enge, projektnahe Unterstützung, die den Umgang mit Forschungsdaten von Anfang an strukturiert und die spätere Nachnutzung erleichtert.
Infrastrukturen für die Digitalen Geisteswissenschaften
DARIAH-DE
DARIAH-DE ist eine digitale Forschungsinfrastruktur für die Geistes- und Kulturwissenschaften, die Werkzeuge, Dienste und Austauschformate für digital gestützte Forschung bereitstellt.
Die SUB Göttingen beteiligt sich an der Entwicklung und Bereitstellung von Infrastrukturkomponenten sowie an Community- und Standardisierungsprozessen. Sie bietet Forschenden in Göttingen Zugang zu einer Reihe von digitalen Werkzeugen und Datenressourcen, siehe auch Digitale Geisteswissenschaften.
Die SUB leitet das DARIAH-DE Coordination Office (DCO) und vertritt Deutschland im europäischen Netwerk DARIAH-EU. Das DCO koordiniert die Tätigkeiten von DARIAH-DE. Bereits in den Projektförderphasen DARIAH-DE I, DARIAH-DE II und DARIAH-DE III (2011-2019) war es an der SUB Göttingen angesiedelt, ebenso während der Phase der Betriebskooperation (2019-2021). Auch nach Auslaufen der Betriebskooperationsvereinbarung ist das DCO weiterhin aktiv, war der für DARIAH-DE zentrale Koordinationspunkt im Projekt CLARIAH-DE und eine treibende Kraft bei der Transformation des TextGrid-Vereins hin zum Verein Geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsinfrastrukturen e.V. (GKFI) als Nachhaltigkeitslösung für CLARIAH-DE. Im GKFI übernimmt das DCO weiterhin die Koordination der nationalen Tätigkeit und dient als Knoten- und Kontaktpunkt zu DARIAH-EU, wozu insbesondere die jährliche Erfassung der Inkind-Contributions sowie Reporting gehören.
Forschende und Lehrende erhalten so ebenfalls Zugang zu etablierten Tools, interoperablen Diensten und einer vernetzten Forschungsumgebung für digitale Methoden über Ländergrenzen hinaus.
Nachhaltigkeit digitaler Forschung
Die SUB Göttingen setzt sich im Kontext von forschungsinfrastrukturen.de für die Nachhaltigkeit digitaler Dienste und deren Vernetzung ein. Das Portal dient als Referenz- und Austauschplattform für Forschungsinfrastrukturen, fördert Sichtbarkeit und Koordination und unterstützt die Entwicklung gemeinsamer Standards und kooperativer Angebote.
Im Verein GFBio e.V. unterstützt die SUB Göttingen die Vernetzung von Datenzentren und den Ausbau digitaler Infrastrukturen für die Biodiversitätsforschung. GFBio bietet unter anderem eine übergreifende Suche sowie Dienste zur Vermittlung von Forschungsdaten an geeignete Repositorien und weitere Mehrwertservices. Im Rahmen von NFDI4Biodiversity engagiert sich die SUB zudem am Ausbau nachhaltiger Dienste, Standards und Infrastrukturen für biodiversitätsbezogene Forschungsdaten.
Kontakt
Stellvertretende Abteilungsleitung Forschung und Entwicklung
Papendiek 14
37073 Göttingen